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Flora Kamtschatkas: Blumen und Graser

Flora Kamtschatkas: Blumen und Graser

 
    "Die Graser auf dem ganzen Kamtschatka sind ohne Ausnahme so hoch und saftig, da? es schwierig ist ahnliche im ganzen Russischen Reich zu finden", - schrieb Stepan Krascheninnikow. - An Flussen, Seen und in Waldchen sind sie ubermannshoch, und wachsen so schnell, da? man an einer Stelle das Heu mindestens dreimal im Sommer hochstellen konnte".

Wiesen-Bocksbart

Sobald der Schnee abtaut, fingt an um die Flusse herum, in Waldern und an Fussen der Berge Wiesen-Bocksbart uppig zu wachsen - eine riesige Pflanze, die zusammen mit Kreuzkraut und Putschka "die Garde" der Kamtschatker Hochgraser bildet. Unter den drei Meter hohen Stengeln, leicht versteckbar sogar fur Reiter, geht man wie im Nebel: man sieht keine Richtung, die Sonne und der Himmel verbergen sich hinter den breiten Blattern - unwillkurlich freut man sich den Barenpfaden, die die dichte Wand des Gestruppes wie Tunnel zerschneiden. Wiesen-Bocksbart ist eine freundliche Pflanze: ihre Blatter sind weich, die Stengel sind leicht mit Handen oder Stocken auseinander zu schieben. Junge Sprosslinge von Wiesen-Bocksbart sind durchaus essbar, fur die Baren sind sie eine Rettung vor Hunger im fruhen Sommer, wenn es weder Beeren, noch Fisch oder Zirbelnusse gibt. Flora Kamtschatkas

Putschka

Putschka ist eine tuckische Pflanze. Ihr Saft ist suss, aber bei Beruhrung mit der Haut lasst sie Blasen und Wunden, die monatelang nicht heilen!Einige gewandte Menschen brachten es fertig, rohe Putschka aufzuessen, dabei beruhrten sie die Stengel mit Lippen nicht. Die alten Bewohner Kamtschatkas - Itelmener- bekamen aus Putschka eine Ahnlichkeit von Zucker , und die Kosaken brannten Wein, der eine sonderbare Wirkung hatte: nach zwei-drei Glasern sah der Mensch die ganze Nacht hindurch merkwurdige Traume, und morgens fuhlte er eine solche Schwermut, als hatte er irgendein Verbrechen begangen.

Lilien: Sarana und Frauenschuh

Unter Pflanzen nahm Sarana den wichtigsten Platz in der Ration der alten Kamtschadalen ein - Lilie mit dunkelvioletten Blumen. Ihre Bollen, zerstossen mit Blaubeeren und anderen Beeren, ersetzten fur Intelmener das Brot und waren, nach Meinung von Krascheninnikow, beinahe die leckerste Kost auf Kamtschatka. Die andere, hellorange Lilie, die im Volksmund "Zarenlocken" genannt wird, war auch als Nahrung gebraucht, war aber selten zu treffen. Heutzutage gehort diese Lilie auf Kamtschatka zu den unter Schutz stehenden Pflanzen, aber sie kann kaum mit einer fast der seltensten und schonsten russischen Orchidee konkurrieren - mit dem grossblumigen Frauenschuh. Der Frauenschuh war auf Kamtschatka vom W.L.Komarow im Jahre 1908 entdeckt, dann zum zweitenmal im Jahre 1923 vom schwedischen Reisenden R.Malles gefunden. Zum dritten Mal begegneten ihm die Mitarbeiter des Kronozker Schongebietes erst fast sechzig Jahre spater!

Zederkrummholz

Zederkrummholz Aus der Vogelperspektive erinnern Gestruppe von Zederkrummholz an dichte dunkelgrune Teppiche, sogrfaltig auf die Gebirgsrucken geworfen. Sie sehen als weiches junges Geholz und harmloses Unterholz aus, uber dem sich solide echte Baume erheben. Aber das sind beinahe die besonders schwer passierbare Orte auf Kamtschatka. Die Zwiegen des Zederkrummholzes sind immer vom Abhang nach unten gerichtet - dem emporsteigenden Reisenden entgegen. Dichte Gestruppe von Zederkrummholz sind durchaus undurchdringlich und das ist um so mehr argerlich, dass die Hohe von Zeder selten anderthalb-zwei Meter ubersteigt. Ubrigens, dieser Baum ist hervorragend. Trokene Zweigen des Zederkrummholzes brennen wie Pulver bei jedem Wetter; Aufrusse seiner Nadeln sind ein ausgezeichnetes Mittel gegen Skorbut, und die Zapfen, die im September reifen, bereiten Freude fur alle Liebhabern von Zirbelnussen. Die Frage besteht nur darin, wer als erste ernten wird: Mensch, Bar oder Zirbelvogel.

Steinbirke

Steinbirke Kamtschatker Wald ist naturlich die Wald der Steinbirke. Der anspruchlose Baum, der es gelernt hat, in Talern und in den Bergen zu wachsen (daher auch die Benennung - "Stein-", das heisst "gebirgig"), deckt fast einen Drittel der Flache Kamtschatkas, indem sie die meist verbreitete bleibt, wahrend nicht zahlreiche Laub-, Fichten- und Pappelwalder an der Wurzel ausgehaut werden. Doppelt so traurig wird das Ergebnis der Wirtschaftstatigkeit des Menschen sein, wenn, nachdem er die teuersten Baumartet vernichtet, mit der Steinbirke anfangt - dasselbe Symbol von Kamtschatka wie Geiser, Lachse und Baren. Grosse stammige Baume wachsen frei und , im Unterschied zum Krummholz, versperren sie nie den Weg. Das ist ein freundlicher Wald : er ist unveranderlich hell , obwohl das Gras und der Unterwald manchmal ubermannshoch sind. Die Steinbirken sind derart machtig und ihre Zweigen so breit aufgestellt, dass die Baume es einfach nicht austragen wurden, zusammengedrangt zu leben. Schwerfallige Stamme, bedeckt mit schwarzer Rinde, nur entfernt erinnernde an eine Birkenrinde, sind so ,als ob sie die Warme ausstrahlen: unter weitverzweigten Kronen ist es bei jedem Unwetter still und ruhig. Auf Hochgebirgsplateaus sind die Birken krumm, wie durch einen bosen Willen gebogen, in Flusstalern - gewaltig und unerschutterlich. Die Birkenwurzeln sind fahig einen machtigen Baum in horizontaler Stellung zu halten an Steilwanden und derart steilen Abhangen, wo sich sogar kein Krummholz festhalten wird. Der Kamtschatker Sommer ist schnell verfliegend: im Juni knospen die Birken, und schon im August erscheinen auf einigen Baumen gelbe "Strahnen" - das erste Zeichen vom kommenden Herbst.

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